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Dienstag, 12. Juni 2018

St. Nikolaus-Pfarrkirche in EUPEN | Innenausstattung aus dem 18. Jahrhundert | Kanzel und Beichtstühle im Lütticher Stil

Die St. Nikolaus-Pfarrkirche in EUPEN

Eupen
Eupen ist eine Stadt in der  Ost-Belgien Region,  Provinz Lüttich (Bezirk Verviers), in der nähe der deutschen Grenze. Die Stadt hat mehr als 19.000 Einwohner. Es ist eine deutschsprachige Stadt und ist die Hauptstadt der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Eupen besteht aus einer oberen und einer unteren Stadt. In der Oberstadt steht die monumentale Kirche Sint-Niklaas im historischen, malerischen Zentrum.

Die kunsthistorische St.-Nikolaus-Kirche von Eupen ist auch für ihre besondere Architektur von Bedeutung.
Die Sint-Niklaas-Kapelle von "Oipen" wurde 1213 erwähnt, aber im 14. und 15. Jahrhundert wurde sie durch eine gotische Kirche ersetzt.
Die heutige Kirche wurde zwischen 1720 und 1726 nach dem Entwurf des Architekten L. Mefferdatis aus Aachen erbaut und 1729 eingeweiht. Nur der Turm der Vorgängerkirche blieb erhalten, der zum rechten Teil der Fassade des Neubaus wurde. Im 19. Jahrhundert wollten die Menschen dieser eher einfachen Fassade eine monumentale Ansicht geben. Diese Arbeit wurde 1897-1898 vom Architekten L. von Fisenne aus Gelsenkirchen ausgeführt.

Der malerische Platz vor der St.-Nikolaus-Kirche in Eupen
St.-Nikolaus-Kirche in Eupen - Haupteingang



Die St. Nikolaus-Pfarrkirche in EUPEN ist reich an Kunstwerken und nimmt eine Sonderstellung in der kunsthistorischen Entwicklung des Rhein- Maas-Raumes ein.

G E S C H I C H T E
Eine erste “Capella Sancti Nicolai“ in "Oipen“ wird in einer Urkunde des Jahres 1213 in den "Annales Rodenses” erwähnt. Von dieser Anlage stammt vermutlich der in un- regelmäßigen Bruchsteinen errichtete Südturm. Diese erste Kapelle ist im 14. oder 15.


Jh. durch eine gotische Kirche ersetzt worden, wobei der Süd- turm des 12. Jh. in die neue Anlage übernommen wurde. Die heutige Kirche entstand in den Jahren 1720-1726 nach Planen des Laurenz MEFFERDATlS, Architekt der Freien Reichsstadt Aachen. Sie wurde 1729 konsekriert. Auch er bezog den alten Südturm in die neue Kirche ein. Obwohl zu dieser Zeit fast überall in Europa der Barockstil in voller Blüte stand, lehnt die Kirche sich an Bauformen der Renaissance an. Die Fassade sowie die beiden Türme wurden 1897-1898 nach Plänen des Architekten L. von FISENNE, Gelsenkirchen ausgeführt.



A R C H I T E K T U R
Das Gotteshaus beherrscht mit seinen Türmen das Bild der    EuPener Oberstadt. Nur das Eingangsportal mit seiner Rahmung und das darüber befindliche Mittelfenster sind in der vor Mefferdatis geplanten Ausführung belassen worden.
Die Kirche ist eine typische “Hallenkirche“, d.h. 3ie drei Schiffe sind fast gleich hoch und zu einem einzigen Raumge- fütge zusammengefaßt. Sie besitzt weder Querschiff noch Chorumgang. Dieser Bautyp leitet den Druck der Gewölbe über Säulen und Mauerwerk ab, sodaß kein Strebewerk erforderlich ist.





  
Die K irche ist aus Grauwacke errichtet. Sie hat große Rundbo- genfenster mit Blausteinfassung. Ein spitzer Dachreiter be- krönt das siebenseitig abschließende Chor. Das Dach ist mit Schiefer gedeckt. Im Innern zeigt die Kirche rundbogiges Kreuzrippengewölbe, das von vierzehn schmucklosen Rundsäulen getragen wird. Gurt- und Jochbögen sowie die Chorapsis weisen geschmackvolle Stuckverzierunqen auf.




I N N E N A U S S T A T T U N G
Die Kirche ist im Barockstil ausgestattet, wobei sich in den verschiedenen Ausstattungsst3cken der Aachener und der Lütti- cher Barock überschneiden.
Kostbares Kunstwerk ist der 1740-1744 nach Plänen des Architekten Johann Josef Couven, Aachen, entstandene Hochaltar. Er wurde von dem Lütticher Bildhauer Hubert Hyard geschnitzt; Harmorierung und farbige Fassung stammen von einem weiteren Lütticher Künstler : Jakob Hainaux. Beeindruckend sind vor allem die hervorragend gearbeiteten Statuen der Bekrönunqs- emgel, der Trinität und der HH. Nikolaus und Lambertus sowie die reichgeschnitzte, vergoldete Tabernakelkomposition.

Kanzel St. Nikolaus-Kirche in EUPEN



Auch die beiden Nebenaltare (etwa 1770) sind mit reichem Schnitzwerk ausgestattet, wobei der rechte mit einer Verkün- digungsgruppe in der Retabelnische besondere Beachtug ver- dient. An den vier oberen Säulen, sog. Kapellchen : barocke Statuennischen mit geschmackvollem Dekor; die Statuen sind Arheiten des 19. Jh.

Bemerkenswert sind ferner : die 1730 aufgesteilte Kanzel, vier Beichtstühle (17581 mit durchbrochen geschnitztem Gie- belaufsatz, die reich dekorierte Wandvertäfelung (1758) im oberen Teil der Seitenschiffe, zwei holzgeschnitzten 2,10 m hohe Kandelaber fum 1740), die Orgel mit eindrucksvollem Prospekt (1760-1762) und die einheitlich ausgef0hrten Kir- chenbänke mit den Namen alter Eupener Familien (ab 1730).

Beichtstühle im Lütticher Stil

Detail von einem der Beichtstühle
Lüttich-Régence-Zeit


Beichtstühle im Lütticher Stil | Eupen

Die an den Turmwänden und an den Säulen aufgestellten Statuen der Apostel und Evangelisten, der Immaculata und des Tri- umphators, alle etwa 1,80 m hoch, sind Arbeiten des Kölner Bildhauers Jeremias Geißelbrunn (l595-l660). Sie entstanden etwa 1640 und wurden 1866 aus dem Inventar der Minoriten- kirche in Köln erworben.

A N  D E R  F A S S A D E
Vor dem Nordturm stellte man 1852 ein Missionskreuz auf, des- sen Christuskorpus in Eisenguß dem aus dem 16. Jh. stammenden spätgotischen Kruzifix in der Pfarrkirche zu Baelen nachemp- funden wurde.
Zu beachten ist ferner der 1767 entstandene Gitterabschluß
zur Strafe hin.




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