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Sonntag, 11. Mai 2014

Danziger Barockschrank | Ein geschnitztes Akanthusblattmotiv aus Nussholz | Ornamente des 17. Jahrhunderts

 Ein geschnitztes Akanthusblattmotiv aus Nussholz


Von der Holzschnitzerei aus dem 17. Jahrhundert inspiriert
Ein Geschnitztes Akanthusblattmotiv
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In diesem bescheidenen Projekt stelle ich Ihnen das Akanthusblattmotiv vor. Es wird auf den vier Ecken vom konstruktiven Teil eines Danziger Barockschrankes geschnitzt.

In der Barockepoche sollten Möbel sehr luxuriös und reich aussehen. Mit seinen zierlichen und üppigen Schnörkeln eignet sich das Akanthusblatt ausgezeichnet für die Darstellung einer überflüssigen und reichen Ausstrahlung. Deswegen gilt das Akanthusblatt als ein kennzeichnendes Motiv des Barockstils.

Um Reichtum zu zeigen wurden auch oft verschiedene Holzarten und Dekorationstechniken, sowie Marketerie, Skulptur, Blattgold usw. auf einem Möbel kombiniert. Die Ausstrahlung sollte aber vor allem von den barocken Holzschnitzereien herkommen. Das symmetrische und gekreuzte Akanthusblattmotiv sorgte dabei für den Blickfang, eine zugleich einfache und wirksame Lösung für Platzmangel.

Ein Paneel besteht in seiner einfachsten Form aus dem Rahmen, dem konstruktiven Teil und der Füllung. Der konstruktive Teil wird mit einem innenliegenden Rahmen versehen. Damit entsteht ein aufwendiger architektonischer Rahmen mit großen Tiefenwirkung, auch ein Merkmal des Barockstils. Das Paneel wird schließlich mit Marketerie, bestehend aus einer symmetrischen Komposition in Wurzelnuss-, Palisander- und Ebenholz, komplettiert.

Das Paneel, worüber jetzt die Rede ist, ist für einen sogenannten Danziger Barockschrank oder 'Danziger' bestimmt. Der ist eine Möbelart aus dem 17. Jh., die als typisch für den Umkreis der norddeutschen Stadt Danzig gilt, das heutige Gdansk in Polen.

Schnitzwerk für einen Danziger Barockschrank
Der Barock

Während des 17. Jahrhunderts hat sich in Europa ja vieles geändert: es gibt immer noch Entdeckungsreisen; die Kunst und Wissenschaft der alten Griechen und Römer wird weiter wiederentdeckt.

Die Baukunst dieser zwei Völker wird Mode und dient als Ausgangspunkt des Barockstils. Die Barockepoche fängt in Nordeuropa um 1650 an und endet im Laufe der ersten Hälfte des 18. Jh. Der Barock beschränkt sich nicht nur auf die Baukunst: Skulptur, Möbelkunst, Ornamentik und Musik werden ebenso wohl beeinflusst.

Die Entwicklung des Barocks fängt in Italien an, nämlich in Rom. Von da her verbreitet er sich langsam in anderen europäischen Ländern. Es ist interessant zu sehen, dass der Stil sich, von den Traditionen und dem Temperament der Bewohner, Künstler und Handwerker abhängig, in den verschiedenen Gebieten immer unterschiedlich entwickelt hat. Die Stilunterschiede sind vor allem bei der Ornamentik auffallend.

Traditionell macht man einen Unterschied zwischen Früh-, Hoch-, und Spätbarock. Der Spätbarock wird auch Rokoko genannt. Der Frühbarock stützt sich noch stark auf den Renaissancestil, während der Spätbarock in Überfluss, Pracht und Prunk schwelgt.

Im Laufe der Zeit entdecken auch viele Herrscher den Effekt des dramatischen Barockstils. So wird der Stil vom Vatikan als Waffen gegen die Reformation angewandt. Durch den Bau vieler prachtvollen Kirchen versucht die römisch-katholische Kirche die Gläubigen zu imponieren und so wieder in die Kirche zu gehen lassen. Der Gegenteil geschieht aber: die Prunksucht der katholischen Kirche ist Wasser auf die Mühlen der protestantischen Bewegungen. Darum beschränkt sich der Barock in den protestantischen Ländern bedeutend.

Während der Barockepoche werden Möbel nicht länger als Miniaturbauwerke betrachtet. Einerseits weisen die Möbel immer weniger architektonische Merkmale auf. Andererseits verwendet man neue Materialien: exotische Holzarten (Eben-, Palisander-, Acajouholz), Messing, Zinn, und Schildkröte. Die Verwendung von Exoten steht in Zusammenhang mit den Reisen nach Ost- und Westindien.

Menschen – also auch Künstler und Handwerker – werden sich außerdem mehr wie selbstbewusste Individuen benehmen und neue Wege gehen. Es sorgt dafür, dass die Wahl für traditionelle Materialien nicht mehr selbstverständlich ist und neue Möbeltypen entwickelt werden. Die Prunksucht der immer reicheren hohen Klassen resultierte schließlich in einer prächtigen Sammlung von Barockmöbeln. Heute gehören diese zu unserer Kulturerbe.


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Das Schnitzen eines stilisierten Akanthusblattmotivs aus Nussholz.
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Ornamente des 17. Jahrhunderts
Ein geschnitztes Akanthusblattmotiv aus Nussholz

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